Einen Komposthaufen anlegen - optimaler Standort, Aufbau und Pflege


Wie baut man einen Komposthaufen?Ein Komposthaufen bietet nicht nur eine unkomplizierte Entsorgung organischer Abfälle, sondern spart auch viel Geld für teure Düngemittel ausvdem Handel. Er lässt sich schnell und ohne viel handwerkliches Geschick selbst bauen. Mit der richtigen Anleitung klappt es unkompliziert. Damit die Kompostierung ebenso gut funktioniert, sollten einige Details beachtet werden, wie beispielsweise der Standort sowie die Kompostschichtung und Pflege des Komposthaufens.



Welchen Standort für einen Komposthaufen wählen?

Meist bietet ein Komposthaufen einen weniger schönen Anblick. Zudem können sich unangenehme Gerüche bilden, die Sie und den Nachbarn stören können. Weitere Details sollten Sie bei der Standortwahl berücksichtigen.

Versteckter Standort
Damit weniger Gerüche und kein direkter Anblick stören, ist es empfehlenswert, einen Komposthaufen hinter einer verdeckenden Gegebenheit anzulegen. Dies kann eine Hecke, ein Gartenhäuschen oder die Garage sein. Das Aufstellen eines blickundurchlässigen Lamellenzauns bietet ebenfalls einen geschmackvollen Sichtschutz auf den Komposthaufen.

Nachbarn berücksichtigen
Um Ärger mit dem Nachbarn zu vermeiden, sollte ein Standort gewählt werden, der ausreichend weit vom Nachbarhaus sowie dessen Terrasse/Sitzplätze und dem Sandkasten oder der Schaukel der Nachbarskinder entfernt ist. Ein Sichtschutz zum Nachbargrundstück ist ratsam, denn auch die Nachbarn mögen den Anblick eines Komposthaufens vermutlich nicht.

Distanzen einkalkulieren
Bei der Standortplanung des Komposthaufens sollte die Distanz zum Wohnhaus und den Gartenbeeten berücksichtigt werden. Wenn Sie Küchenreste und/oder Kompost zum Verteilen auf den Beeten erst quer durch den Garten tragen müssen, ist dies in der Regel nicht vorteilhaft.

Lichtverhältnisse
Ein Standort in der prallen Sonne, eignet sich nur für sogenannte Komposter mit Deckel. Durch die Sonne entwickeln sich vermehrt Gerüche, die durch einen Deckel abgehalten werden, sich in der Umgebung zu verbreiten. Thermokomposter sind in die pralle Sonne zu stellen.

Handelt es sich um einen offenen Komposthaufen, ist ein halbschattiger Standort optimal. Zusätzlich sollte der Platz wind- und regengeschützt liegen. Ein Komposthaufen-Standort unter einem Baum ist ideal.

Zu welchem Zeitpunkt wird ein Komposthaufen am besten angelegt?

Ein Komposthaufen sollte bis Ende August für die Nutzung bereitstehen. Der erste Kompost benötigt je nach Witterungsverhältnissen, rund neun Monate, bis er im Garten eingesetzt werden kann. Auf diese Weise kann der Kompost spätestens im Mai verwendet werden, wenn die Düngesaison für die meisten Pflanzen beginnt.

Ein Komposthaufen nach einiger Zeit. Es dauer 9 Monate, bis ein Kompost als Dünger nutzbar ist.

Wie wird ein Komposthaufen angelegt?

Üblich sind selbst angelegte Komposthaufen mit einer Abmessung von 1x1 Meter. Diese können beliebig erweitert werden, indem weitere Kammern angeschlossen werden.

Benötigte Materialien

  • Der Größe entsprechend lange Holzbretter zur Umrandung
  • Holzpfosten zur Bodeneinlassung und Befestigung der Holzbretter
  • Zement oder Pfostenschuhe zum Fixieren der Holzpfosten
  • Holzschrauben
  • Kunststoff- beziehungsweise Drahtgitter in der Größe des Komposthaufenbodens
  • Etwas Sand und/oder Lehm

Anleitung

Boden
Optimal ist es, wenn der Komposthaufen über einen offenen Boden verfügt. Dadurch können die Mikroorganismen zum Zersetzen in den Komposthaufen aufsteigen. Zudem erlaubt ein offener Boden, dass Feuchtigkeit ins Erdreich abfließen kann und Staunässe verhindert wird. Zur verbesserten Wasserdurchlässigkeit empfiehlt sich, eine rund 20 Zentimeter dicke Sand- und/oder Lehmschicht in die Erde einzuarbeiten.

Holzpfosten setzen
Den gewünschten Abmessungen entsprechend, werden die Holzpfosten in den Boden eingelassen. Dazu sind Löcher auszuheben, die mindestens 30 Zentimeter in die Erde reichen. Langlebiger und einfacher geht es mit sogenannten Pfostenschuhe. In diese werden nach der Erdeinlassung die Pfosten einfach eingesteckt und verschraubt. Zur besseren Stabilität kann Zement beitragen, wenn dieser um die Holzpfosten/Pfostenschuhe verteilt wird.



Schutz vor Nagern
Damit keine Erdtiere wie Mäuse, Wühlmäuse & Co. in den Komposthaufen aufsteigen können, ist ein Drahtgeflecht aus Plastik oder Metall auf dem Boden von Vorteil.

Holzbretter anbringen
Steht das Grundgerüst, werden die Holzbretter angebracht. Diese sollten waagerecht verlaufen. Beginnen Sie mit der untersten Bretterreihe und schließen nacheinander alle Seiten. Im Anschluss setzen Sie die nächste Bretterreihe mit einem Mindestabstand von fünf Zentimeter.

Die Querlatten sind an den Pfosten zu befestigen. Nägel können verwendet werden. Holzschrauben bieten langfristig allerdings einen festeren Halt.

Kompostschichtung
Damit eine optimale Belüftung und damit Verrottung gewährleistet ist, muss Kompost schichtweise angelegt werden. Die erste Schicht besteht aus kleinen Zweigen, verwelktem Laub und Rasenschnitt. Diese Schicht sollte rund 30 Zentimeter hoch sein.

TIPP: Um die Entwicklung von Mikroorganismen zu beschleunigen, kann ein spezieller Kompoststarter in Verbindung mit einer rund zehn Zentimeter hohen Schicht aus herkömmlicher Gartenerde unter die erste Kompostschicht gestreut werden.

 

Komposthaufen fertig zur Nutzung
Ist die erste Schicht gelegt, können Sie Ihre organischen Küchen- und Gartenabfälle nun auf dem Komposthaufen entsorgen.

Was darf auf dem Kompost und was nicht?

Was darf auf den Kompost, was nicht?

Geeignete organische Abfälle:

  • Gartenabfälle wie Laubwerk, Pflanzenreste, Strauch- und Rasenschnitte
  • Schnittblumen
  • Alte Erde, wie beispielsweise nach einem Umtopfen
  • Küchenabfälle von Obst- und Gemüsereste, Eierschalen, Kaffeesatz und -filter, Teebeutel
  • Papier wie Pappe, Küchenpapier sowie Papiertaschentücher
  • Bio-Müllbeutel (langsame Verrottung)
  • Stroh


Ungeeignet zur Kompostierung sind:

  • Mit Krankheitserregern infizierte Gartenabfälle
  • Mit Schädlingen befallene Pflanzenteile
  • Unkraut
  • Tierische Produkte wie Fisch, Wurst- und Fleischwaren oder Knochen
  • Schalen von meist gespritztem Obst, wie Zitrus oder Bananen
  • Windeln
  • Asche
  • Staubsaugerbeutel
  • Plastik oder Kunststoffe in jeglicher Form
  • Katzenstreu

Wie pflegt man einen Komposthaufen?

Für eine gute und schnelle Kompostierung ist eine Vermischung von feuchten und trockenen Materialien erforderlich. Hier empfiehlt es sich, zwischendurch stark zerkleinerte Äste, gehäckselten Holzabfall oder Stroh auf dem Komposthaufen auszulegen.

Zur richtigen Pflege gehört das sogenannte Umsetzen einmal im Jahr. Dadurch wird die Durchlüftung gefördert und ein Temperaturausgleich geschaffen. Auf diese Weise wird einem Nährstoffverlust vorgesorgt. Beim Umlegen werden die inneren Kompostschichten mit einer Mistgabel oder einem Spaten nach außen umgelegt.




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